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an einem Orte trafen, wo mir die Worte Mädchen und Liebe nur als Mythen der Vergangenheit, als eitle Bilder der Phantaſie erſchienen, hatten ſich allmälig in die geheimſten Winkel meines Herzens eingeſchlichen, und aus den Trüm⸗ mern einer früheren Romantik bildete ſich die träumeriſche Einſamkeit die Feentempel einer künftigen. Meine Mutter hatte in ihren Briefen nie verabſäumt, von Blanche zu ſprechen— von ihrem Verſtand und ihrer beſorgten Thä⸗ tigkeit, von ihrem warmen Herzen und ihrem lieblichen Ge⸗ müth. Manches kleine Bild aus der Heimath vergegenwär⸗ tigte ſie mir, wie ich ſie gerne wünſchte— nicht„in den Kryſtall ſehend,“ ſondern meiner Mutter Beihülfe leiſtend, wenn dieſe ihre Gänge der Barmherzigkeit nach dem Dorf machte, die Jugend unterrichtete und dem Alter mit Rath und That an die Hand ging. So lernte ſie aus einem alten Meßbuch in meines Vaters Sammlung von ſelbſt coloriren, um meinen Onkel mit einer neuen Stammtafel überraſchen zu können, auf welche alle Schilde und Fächer gehörig in Gold, Schwarz und Silber gemalt waren, oder hielt ſich bei den Studien meines Vaters in deſſen Nähe und gab Acht, ob ſie ihm nicht ein Buch bringen könne, wenn er ſelbſt zu träge war, um danach aufzuſtehen. Sie hatte nämlich einen neuen Katalog angefertigt, den ſie ſo gut auswendig wußte, daß ſie jeden Geiſt ſchleunigſt aus irgend einer Ecke dieſer Heraklea herbeibeſchwören konnte. Ueber alle dieſe kleinen Züge hatte ſich meine Mutter in hohem Lobe ausgeſprochen, aber während der letzten zwei Jahre nie erwähnt, ob Blanche hübſch war oder nicht. Eine traurige Verſäumniß. Ich


