lehrte Dr. Herman Vieles, was an andern Schulen zu ſehr vernachläſſigt wird; denn außer dem Lateiniſchen und Grie⸗ chiſchen ertheilte er auch Unterricht in vielen Lehrſtoffen, die man heutzutage in dem unbeſtimmten Ausdruck„gemein⸗ nützige Kenntniſſe“ zuſammenfaßt. Er hielt eigene Lehrer über Chemie, Mechanik und Naturgeſchichte. Die Arithme⸗ tik und die Elemente der Phyſik wurden mit Eifer und Sorg⸗ falt behandelt, und auf dem Spielplatze kamen alle Arten gymnaſtiſcher Uebung zur Anwendung. Wenn daher die ju⸗ gendliche Idee auch nicht weiter trug, verbreitete ſie doch ihre Schrote auf einen größeren Raum, und ein Knabe konnte nicht ſeine fünf Jahre in der Anſtalt ſeyn, ohne wenigſtens etwas zu lernen, ein Vortheil, der ſich nicht allen Schulen nachrühmen läßt. Immerhin lernte er ſeine Augen, Ohren und Glieder gebranchen; man gewöhnte ſich daſelbſt an Ord⸗ nung und Reinlichkeit, und die Schule gefiel den Frauen, während ſie die Herren zufrieden ſtellte. Mit einem Worte, ſie gedieh, und Dr. Herman zählte zu der Zeit, von wel⸗ cher ich ſpreche, über hundert Zöglinge. Als der Ehrenmann ſeine Aufgabe antrat, hatte er öffentlich den humanſten Ab⸗ ſchen gegen das barbariſche Syſtem körperlicher Züchtigung kundgegeben; in demſelben Maßſtabe aber, in welchem ſich ſeine Schüler mehrten, kam er leider von dieſen ehrenhaften antibirkenen Ideen zurück. Er war, mit Widerſtreben viel⸗ leicht, aber doch ohne Zweifel ehrlich, zu der Ueberzeugunz gelangt, es gebe geheime Quellen, zu deren Entdeckung nur die Zweige einer Wünſchelruthe führen können, und nachdem mit welcher Leichtigkeit der ganze Mechanis⸗
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Die Caxtone : ein Familiengemälde / von Edward Bulwer Lytton. Aus dem Engl. von Carl Kolb
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