39
Schachtel müde wirſt, ſo haſt Du meine Erlaubniß, ſie zu
verkaufen.“
Mein Vater zahlte ſeine Rechnung und verließ den La⸗ den. Ich blieb noch einige Augenblicke zurück und holte ihn am Ende der Straße wieder ein.
„Papa! Papa!“ rief ich, meine Hände zuſammenſchla⸗ gend,„wir können das Geranium kaufen— wir können den Blumentopf kaufen.“
Und ich zog eine Hand voll Silber aus der Faſche.
„Habe ich nicht Recht gehabt?“ ſagte mein Vater, indem er mit ſeinem Tuch über die Augen fuhr.—„Du haſt die beiden Feen gefunden!“
O wie ſtolz wie überglücklich war ich, als ich, nachdem ich die Blumenvaſe auf den Fenſterſims geſtellt hatte, meine Mutter am Kleide zupfte und ſie dadurch bewog, mir nach Ort und Stelle zu folgen.
„Es iſt ſein Werk und von ſeinem Gelde beſtritten,“ ſagte mein Vater.„Er hat durch eine gute Handlung die ſchlimme wieder ausgeglichen.“
„Wie!“ rief meine Mutter, nachdem ihr der ganze Vorgang mitgetheilt worden,„und Du haſt die Dominv⸗ ſchachtel daran geſetzt, die Dir ſo lieb war? Wir wollen morgen hingehen, um ſie zurückzukaufen, und wenn ſie das Doppelte koſtete.“
„Sollen wir ſie wieder kaufen, Piſiſtratus 2“ fragte mein Vater.
„O nein— nein— nein! Es würde Alles verderben,“
rief ich und verbarg mein Geſicht an ſeiner Bruſt.


