Teil eines Werkes 
4.-6. Bändchen (1842)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

r

135

ſtößt ſeinen blutigen Säbel auf den BodenAlles iſt verloren!

Elender! Deine Feigheit hat uns zu Grunde gerich⸗ tet! brüllte der wilde Coffinhal, indem er die Memme zum Fenſter hinaus ſchleuderte.

Ruhig wie die Verzweiflung ſtand der finſtere St. Juſt; der lahme Couthon kriecht und krabbelt unter den Tiſch; ein Schuß ein Knall! Robespierre wollte ſich ſelbſt entleiben! Die zitternde Hand hat ihn nur ver⸗ ſtümmelt, aber nicht getödtet! Die Glocke des Stadthau⸗ ſes ſchlägt drei Uhr. Durch die erbrochene Thüre die düſtern Gänge entlang, in den Todesſaal, bricht der Volks⸗ haufe. Verſtümmelt, fahl und gelb, mit Blut beſpritzt, ſprachlos, aber nicht bewußtlos, ſitzt noch hochmüthig in aufrechter Stellung der Hauptmörder! Um ihn drängen ſie ſich ſie ſchreien ſie verwünſchen ihn! ihre Geſich⸗ ter glühen von den geſchwungenen Fackeln! Er, nicht der ſternglänzende Magier, iſt der eigentliche Zauberer! Und um ſeine letzten Stunden verſammeln ſich die Teufel, die er herauf beſchworen!

Sie ſchleppen ihn fort! Oeffne deine Thore, uner⸗ bittliches Gefängniß! Die Conciergerie empfängt ihre Beute! Kein Wort mehr ſprach auf Erden Marximliian Robespierre! Ströme aus deine Tauſende und Zehntau⸗ ſende, befreites Paris! Nach dem Revolutionsplatz rollt der Karren mit dem Köntg des Schreckens, St. Juſt, Dumas, Couthon ſind ſeine Begleiter zum Grabe! Ein Weib ein kinderloſes Weib, mit greiſen Haaren, ſpringt zu ihm hinDein Tod macht mich trunken vor Freude! Er ſchlug ſeine blutunterlaufenen Augen aufFahre zur Hölle, mit den Flüchen der Weiber und Mütter!

Die Henker reißen die Binde von der zerſchmetterten Kinnlade! Ein Kreiſchen und das Volk lacht; und das Meſſer fällt, unter dem Jauchzen der zahlloſen Tauſende!