Teil eines Werkes 
1.-3. Bändchen (1842)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1¹3

entſcheidet, werden wir uns wieder ſehen. Mit dieſen Worten entfernte ſich der Unbekannte langſam und ver⸗ ſchwand unter dem Schatten der Felſen. Ein Boot glitt raſch über das Waſſer; es landete; ein Mann ſprang ans ufer, und Glyndon erkannte Zanoni.

Ich gebe Dir, Glyndon, ich gebe Dir nicht mehr die Wahl glücklicher Liebe und heikeren Genuſſes anheim. Die Stunde dafür iſt jetzt verſtrichen, und das Schickſal hat die Hand, welche die Deinige hätte werden konnen, mit der meinigen verbunden. Aber ich habe Dirgroße Ga⸗ ben zu verleihen, wenn Du die Hoffnung aufgeben willſt, die an Deinem Herzen nagt, und deren Erfüllung vor⸗ auszuſehen ſelbſt ich nicht in meiner Macht habe. Laß Deinen Ehrgeiz den eines Menſchen ſeyn, ſo kann ich ihn im vollſten Maße befriedigen. Die Menſchen wün⸗ ſchen vier Dinge im Leben Liebe, Reichthum, Ruhm⸗ Macht. Die erſte kann ich Dir nicht mehr geben, die übrigen ſtehen mir zur Verfügung. Wähle, was Du da⸗ von willſt, und laß uns dann im Frieden ſcheiden!

Das ſind nicht die Gaben, nach welchen mich ge⸗ lüſtet. Ich wähle Erkenntniß(die in der That, wie der Gelehrte ſagt, Macht iſt, und zwar die höchſte); dieſe Er⸗ fenntniß muß Dein ſeyn. Für fie, und für ſie allein habe ich Viola's Liebe hingegeben; ſie, und ſie allein, muß meine Belohnung ſeyn.

Ich kann Dir nicht widerſprechen, wohl aber Dich warnen. Der Wunſch, zu lernen, ſchließt nicht immer das Vermögen, zu erwerben, in ſich. Ich kann Dir, es iſt