Gerichtshöfe abgeliefert. Kein Beweis konnte gegen ihn geführt werden; aber zum allgemeinen Erſtaunen brachte er nichts zu ſeiner Vertheidigung vor, und ſein Schweigen ward als Zeugniß ſeines Verbrechens be⸗ trachtet. Er wurde zum Schafott verurtheilt; er lächelte als er den Richterſpruch vernahm.
Ein unermeßliches Menſchengewühl war an einem heitern Sommertag auf dem Hinrichtungsplatz verſam⸗ melt. Ein Brüllen wilden Jubels und Frohlockens er⸗ ſchütterte die Luft, als Rodrigo Calderon, Marquis de Siete Igleſias auf dem Schafott erſchien. Aber als die Blicke der Menge— nicht auf die erhabne und ſtattliche Geſtalt, in allem Stolze der Mannskraft, ſo wie ſie in ihrer Furcht vor dem finſtern Geiſt und der eiſernen Macht des Günſtlings ſich ihn immer zu den⸗ ken gewohnt waren— nein! auf eine gebückte, geſpen⸗ ſterartige Geſtalt fielen, welche ſchon am Rand eines natürlichen Todes und Grabes zu ſiehen ſchien, mit einem Angeſicht, welchem tiefe Furchen unausſprechlichen Grams eingegraben waren, mit hohlen Augen, welche mit trübem, kaum mehr bewußtem Licht über das unten wogende und grollende Menſchenmeer hinſchauten, da veränderte ſich die Fluth der Empfindungen der Menge, an die Stelle der Wuth und des Triumphs traten Schaam und Mitleid. Keine Hand erhob ſich zur An⸗ klage— keine Stimme erhob ſich zu Vorwurf oder Frohlocken. Neben Calderon ſtand der ihm beigegebene Prieſter, Tröſtung und Beruhigung ihm zuflüſternd. „Sey ohne Furcht, mein Sohn,“ ſagte der heilige
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