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Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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vom Boden auf, befreite ſich aus den ihn umſchlingen⸗ den Händen des alten Mannes, und ſchritt mit ſeiner gewohnten Haltung majeſtätiſchen Selbſtvertrauens auf die Thüre zu. Gerade eh' er ſie erreichte, ertönten drei leiſe aber regelmäßige Schläge an den Dielen; die Thüre öffnete ſich und der Raum draußen war an⸗ gefüllt von den dunkeln Geſtalten der Beamten der Inquiſition.

Halt, ſagte eine tiefe Stimme;halt, Rodrigo Calderon, Marquis de Siete Igleſias; im Namen der allerheiligſten Inquiſition verhaften wir Dich!

Aliaga! murmelte Calderon, zurücktretend

Still! unterbrach ihn der Jeſuit.Beamte, führt den Gefangenen ab!

Armer alter Mann, ſagte Calderon ſich gegen den Kardinal wendend, welcher wie vom Donner ge⸗ rührt und ſprachlos da ſtandDein Leben wenig⸗ ſtens iſt ſicher. Und ich ich biete dem Schickſal Trotz! Führt mich fort!

Der Prinz von Spanien erholte ſich bald von der Erſchütterung, welche der Tod von Beatriz ihm ver⸗ urſachte. Neue Genüſſe verſcheuchten ſelbſt die Reue. Er erſchien wieder öffentlich, wenige Tage nach Cal⸗ derons Verhaftung; und er verwendete ſich kräftig zu Gunſten ſeines frühern Günſtlings. Aber hätte auch die Inquiſition gewünſcht, ihr Opfer wieder los zu laſſen, oder Uzeda ſeiner Rachgier entſagen wollen: der Jubel des Volks bei dem Sturz des gefürchteten und verhaßten Secretärs war ſo groß, und ſo zahlreich