Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Schurkerei meines unnatürlichen Sohns zu Schanden! Sie wollten mich verbannen, Calderon; mich verban⸗ nen in meinen beſten Jahren! Mein Sohn ſagt, ich ſep alt alt! ha, ha! Fliege zum Prinzen; er hat ſich auch in ſeinen Zimmern eingemauert. Er wollte mich nicht ſehen; er will Dich ſehen!

Ja! der Prinz! wir haben Grund einander zu lieben!

Freilich habt Ihr! Eile Calderon! kein Augen⸗ blick iſt zu verlieren! Verbannt! Calderon, ſoll ich verbannt werden? Und der alte Mann fiel, in Thrä⸗ nen ausbrechend, Calderon zu Füßen und umklammerte ſeine Kniec.Geh, geh, ich flehe Dich darum! Rette mich, Calderon; ich habe Dich geliebt, habe Dich immer geliebt. Sollen unſere Feinde triumphiren? Soll das Horn der Nichtswürdigen erhöht werden?

Für einen Augenblick(ſo groß iſt die mechaniſche Macht der Gewohnheit!) kehrte jetzt Calderon etwas von ſeiner alten Energie und Geiſteskraft zurück; ein Blitz brach aus ſeinem eingeſunkenen Auge; er richtete ſich auf, der ſtattliche Mann, ſo groß er war, und ſagte:Ich glaubte, ich ſey fertig mit den Höfen und mit dem Leben, aber ich will noch Eine Anſtrengung machen; ich will Euch nicht verlaſſen in der Stunde Eurer Noth. Ja, Uzeda ſoll wieder geſtürzt werden; ich will den König aufſuchen. Seyd ohne Furcht, Herr, ſeyd ohne Furcht; der Zauber meiner Macht iſt noch nicht gebrochen.

Mit dieſen Worten hob Calderon den Kardinal