können. Aber dieſe Abweſenheit wußten die Feinde des Höflings gut zu benützen. Die Plane der Kabale waren reif, und die Hülfe der Inquiſition kam, ver⸗ möge der Anſtellung Aliaga's, noch zu den Machina⸗ tionen von Uzeda's Anhängern. Der König war ſchwer gereizt durch die geheimnißvolle Abweſenheit Calderons, für die man tauſend finnreiche Erklärungen erfand. Der Herzog von Lerma, kränklich und geſchwächt durchs Alter, war unfähig ſeinen Feinden die Spitze zu bieten. Mit ſchwachſinniger Verzweiflung rief er Calderon beim Namen; und als keine Spur dieſes mächtigen Verbün⸗ deten zu entdecken war, unterließ er ſogar, eine Be⸗ ſprechung mit dem König zu ſuchen. Plötzlich brach der Sturm los. Eines Abends erhielt Lerma den könig⸗ lichen Befehl, ſeine Aemter niederzulegen und mit Tagesanbruch den Hof zu verlaſſen. In derſelben Stunde öffnete ſich die Thüre von Lerma's Zimmer und Rodrigo Calderon ſtand vor ihm. Aber wie ver⸗ wandelt! wie ganz nicht mehr ſich ſelbſt ähnlich! wie verwüſtet! Seine Augen waren tief in die Höhlen ge⸗ ſunken und ihr Feuer erloſchen; ſeine Wangen waren hohl, ſein Körper gebeugt, und wenn er redete war ſeine Stimme wie die eines aus dem Grabe Rufenden.
„Sieh da, Herzog von Lerma, endlich bin ich zurück!“
„Zurück!— ſey mir geſegnet! Wo biſt Du ge⸗ weſen? Warum haſt Du mich verlaſſen? Nun, einerlei, Du biſt zurück! Eile zum König— ſag' ihm, ich ſey nicht alt! Ich bedürfe der Ruhe nicht. Mache die


