Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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mir vergeben? Ich wußte von keiner Sünde, bis ich Dich ſah. Arraez Ferrares.

Calderon hielt inne, ehe er den Schluß von ſeiner Gattin Brief las; und obgleich er regungs⸗ und ſprach⸗ los blieb, nie waren doch Todesangſt und Verzweif⸗ lung furchtbarer auf dem Antlitz eines Menſchen aus⸗ geprägt.

Schluß von Inez Brief.

Und was nützt mir dieß Zeugniß meiner Treue? Du biſt geflohen; man findet nirgends Deine Spuren; ich werde Dich auf Erden nicht mehr ſehen. Ich ſterbe ſchnell dahin, aber nicht an der Wunde, die ich von Dir empfing; laß nicht dieſen Gedanken Deine Seele verfinſtern, mein Gatte! Nein! Dieſe Wunde iſt ge⸗ heilt. Der Gedanke iſt ſchärfer als das Schwert. Ich habe mich im Gram verzehrt über Deinen und Deiner Liebe Verluſt! Kann der Schatten leben ohne die Sonne? Und wirſt Du nie Deine Hand auf mei⸗ ner Tochter Stirne legen und ſie ſegnen um ihrer Mutter willen? Ach, ja ja! die Heiligen, die über der Menſchen Schickſalen wachen, werden ſie eines Tags Dir in den Weg führen; und die Stunde, welche Dir eine Tochter ſchenkt, wird auch das Andenken Deines Weibes Dir reinigen und heiligen.... Leo⸗ narda hat gelobt, unſerem Kind eine Mutter zu ſeyn, es zu pflegen, für es zu arbeiten, es, wenn auch in Armuth, doch in der Tugend, aufzuziehen. Ich über⸗