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gebe dieſe Briefe Leonarda's Verwahrung, nebſt Deinem Bilde— das nicht von meiner Bruſt kommen ſoll, bis das Herz darunter hat aufgehört zu ſchlagen. Nicht eher als bis Beatriz(ſo habe ich ſie getauft— es war Deiner Mutter Name D in das Alter getreten iſt, wo die Vernunft ringen kann mit dem Kummer im Herzen, ſoll ihre Jugend verdüſtert werden durch die Kunde unſeres Schickſals. Leonarda hat mich be⸗ redet, Beatriz ſolle nicht Deinen Namen Nunez an⸗ nebmen. Unſere Geſchichte hat Grauſen und Abſcheu erregt— denn man verſteht den Zuſammenhang nicht — und Du wirſt der Mörder Deines Weibes genannt; und die Geſchichte unſeres Jammers würde immer am Leben unſerer Tochter haften, und ihr zu Ohren kom⸗ men, und vielleicht ihr Geſchick vergiften. Aber ich weiß, Du wirſt ſie dennoch auffinden, denn die Natur hat ihre eigene Vorſehung. Wenn Du ſie endlich auf⸗ findeſt: ſchütze, bewahre, liebe ſie— die Dir geheiligt iſt und bleiben wird— das reine aber kummervolle Vermächtniß der Liebe und des Todes. Ich bin zu Ende; ich ſegne Dich ſterbend! Inez.“
Kaum hatte er die letzten Worte geleſen, als die Glocke ſchlug; es war die Stunde, wo der Prinz kommen ſollte. Dieſer Gedanke brachte Calderon wie⸗ der zum Bewußtſeyn der Gegenwart— der drohenden Gefahr. All die kalten Berechnungen, die er in Be⸗ treff der ihm unbekannten Novize gemacht hatte, ver⸗


