Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Mein Kind! waren Deine grauſamen Worte ſie gellen mir noch im Ohrnein! es ward vor der Zeit geboren ha, ha! Du verrietheſt mich von Anfang an! Damit erhobeſt Du Dein Schwert; aber auch da noch(o beſeligender Gedanke, auch da noch!) lähmten Gewiſſensbiſſe und Liebe Deine Hand und wandten Dein Auge weg; der Streich war nicht tödt⸗ lich. Ich ſank bewußtlos zu Boden, und als ich wie⸗ der zu mir kam, warſt Du weg. Fieberphantaſieen traten ein; und als Befinnung und Vernunft mir wiederkehrten, ſah ich einen heiligen Prieſter an meiner Seite, und von ihm erfuhr ich allmälig Alles was mir bisher dunkel geweſen. Ferrares war, in ſeinem Blute ſchwimmend, im Thal gefunden worden. In ein benachbartes Kloſter gebracht lebte er noch ein paar Tage, während welcher er den an Dir begange⸗ nen Verrath bekannte, in ſeinen letzten Stunden den chriſtlichen Glauben annahm und mit ſeiner eigenen Namensunterſchrift ſein Verbrechen bezeugte. Er be⸗ auftragte den Mönch, der ihn bekehrte und ſeine Beichte gehört hatte, dieſen Beweis meiner Unſchuld in meine Hände zu überliefern. Sieh ihn hier beigeſchloſſen. Wenn je dieſer Brief Dir zukommt, wirſt Du erken⸗ nen, wie treu Dein Weib Dir im Leben war und deßhalb das Recht hat, Dich noch im Tod zu ſegnen!

Bei dieſer Stelle ließ Calderon den Brief aus der Hand finken und ward von einer Art von Läh⸗ mung ergriffen, die ihn einige Augenblicke ſelbſt des Lebens zu berauben ſchien. Als er wieder zu ſich kam,