Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Sein Herz ſchlug laut, der göttliche Inſtinkt überwog Alles, er preßte einen leidenſchaſtlichen Kuß auf ihre Stirne, und ſeine Thränen floßen heftig und warm

auf ihre Wange. Aber wieder durchzuckte ihn die dunkle

Erinnerung, und er ſchauderte, legte die Novize haſtig auf einen der Pfühle und ſchrie laut.

Der Jude erſchien und erhielt Befehl, Jacinta zu berufen. Ein junges Weib von derſelben Religion, von rauhem und unlieblichem Aeußern, trat ein, und ihrer Sorgfalt übergab Calderon mit kurzen Worten die noch bewußtloſe Beatriz.

Während Jacinta ihr die Kleider aufſchnürte und die Schläfe der Novize rieb, ſchien Calderon in düſte⸗ res Nachſinnen verſunken. Zuletzt ſchritt er langſam fort, als wollte er das Zimmer verlaſſen, als er mit dem Fuß gegen das Käſichen des Gemäldes ſtieß und ſein Auge auf ein Papier ſiel, das darin gefaltet und verſteckt lag. Er nahm es auf, ſchlug die Vorhänge zurück und eilte in ein kleines, nur von einer einzelnen Lampe erleuchtetes Gemach. Hier las Calderon, allein und ungeſehen, folgenden Brief:

An Rodrigo Nunez.

Wird dieſer Brief Dir je zu Geſicht kommen? Ich weiß nicht; aber es iſt mir ein Troſt, auf dem Sterbebette an Dich zu ſchreiben; und wäre nicht der mich gräßlich auälende Gedanke, daß Du mich mich, deren innigſtes Leben Deine Liebe war für treulos und entehrt hältſt, ſo wäre mir ſelbſt der Tod nur ſüßer, weil er die Folge Deines Verluſtes iſt. Ja,