Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Dich. Wenn ich Dich verlaſſe, biſt Du verloren. Das bedenke!

Calderon blieb ſtumm und aufrecht ſtehen, die Arme auf der Bruſt gefaltet und die Wange flammend von unterdrückten Leidenſchaften. Philipp ſah ihn ernſt⸗ haft an, und dann, vor ſich hin murmelnd, näherte er ſich dem Günſtling mit verändertem Weſen.

Komm, Calderon ich bin zu haſtig geweſen Du haſt mich toll gemacht; ich wollte Dir nicht wehe thun. Du biſt redlich, und ich glaube Du liebſt mich; und ich will geſtehen, daß unter gewöhnlichen Umſtän⸗ den Dein Rath gut, Deine Bedenklichkeiten löblich wären. Aber ich ſage Dir, daß ich dieß Mädchen an⸗ bete; daß ich alle meine Hoffnungen auf ſie geſetzt habe; daß ſie um jeden Preis, auf jede Gefahr, mein werden muß. Willſt Du mich verlaſſen? Willſt Du, auf deſſen Treue ich mich immer ſo. zuverſichtlich ſtützte, Deinen Freund und Deinen Prinzen verlaſſen um die⸗ ſes händelſüchtigen Soldaten willen? Nein, ich thue Dir Unrecht!

Oh! ſagte Calderon mit einer ziemlich glücklich erheuchelten Bewegungich wollte mein Leben Eu⸗ rem Dienſt weihen, und ich habe oft mein Gewiſſen Eurem leiſeſtem Wunſch unterworfen und gebeugt. Aber das wäre eine gar zu niederträchtige Treuloſigkeit von mir! Er hat das Leben ſeines Lebens meinen Händen anvertraut. Wie könnteſt ſelbſt Du auf meine Treue bauen, wenn Du wüßteſt, daß ich gegen einen Andern falſch handle?