Druckschrift 
Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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haltung erkannte ich, daß ſie Widerwillen gegen ihren Beruf empfand und Angſt vor den Verfolgungen, wel⸗ chen er ſie ausſetzte; die alte Frau, ihre einzige Leite⸗ rin und Geſellſchafterin, war ſterbend; ſie war nieder⸗ geſchlagen und unglücklich; ſie verzweifelte an unſerer Verbindung; ſie drückte ihre Sehnſucht nach der Zu⸗ fluchtsſtätte eines Kloſters aus. Endlich kam dieſer Brief, worin ſie mir für immer Lebewohl ſagt. Ihre Verwandte war todt; und mit dem wenigen Geld, das ſie ſich erſpart, hatte ſie ſich die Aufnahme in das Kloſter der h. Maria vom weißen Schwert erkauft. Denkt Euch meine Verzweiflung! Ich erwirkte mir einen Urlaub ich flog nach Madrid. Beatriz iſt ſchon innerhalb der Mauern ihres traurigen Aſls; ſie hat ſchon ihr Noviziat angetreten.

Iſt das der Brief von dem Ihr ſprecht? ſagte Calderon die Hand ausſtreckend.

Fonſeca gab ihm den Brief.

So hart und kalt der Charakter Calderons ge⸗ worden war, doch war etwas in dem Ton dieſes Briefs in ſeinen reinen und edeln Gefühlen, ſeiner Unſchuld und Zärtlichkeit was eine geheime Saite in ſeinem Herzen rührte. Er ſeufzte indem er ihn weglegte.

Ihr ſeyd, wie wir Alle, Don Martin, ſagte er mit einem bittern Lächeln,der Narr, der auf eines Weibes Treue baut. Aber Ihr müßt ſelbſt Euch Er⸗ fahrung kaufen; und wenn Ihr wirklich meine Dienſte in Anſpruch nehmt, um Euch für den Augenblick