Beatriz vierzehn Jahre alt war. Um dieſe Zeit wurde die arme Frau durch einen Gichtanfall untüchtig, ihre Arbeiten fortzuſetzen; und Beatriz, das gute Kind, ſuchte, begierig die erhaltenen Wohlthaten zu vergel⸗ ten, jetzt ihrerſeits ihre Pflegerin zu ernähren. Sie beſaß die Gabe einer wunderbar ſchönen Stimme. Dieß Talent kam zur Kenntniß des Oberaufſehers des Theaters zu Sevilla; und er machte ihr die vortheil⸗ hafteſten Anträge auf die Bühne zu gehen. Beatriz, das unſchuldige Kind, ahnte nichts von den Gefahren dieſes Gewerbes; ſie ergriff gern das Mittel, wodurch ſie dem dahinſinkenden Leben ihrer einzigen Freundin Hülfe und Erleichterung verſchaffen konnte— ſie wurde Schauſpielerin. Um jene Zeit waren wir in Sevilla einquartirt, um ein Auge zu haben auf die verdächti⸗ gen Morisken.“
„Ha! die verhaßten Ungläubigen!“ murmelte Cal⸗ deron grimmig zwiſchen den Zähnen.
„Ich ſah Beatriz und liebte ſie auf den erſten Blick.„Ich ſage nicht,“ fuhr Fonſeca mit einem Er⸗ röthen fort,„daß meine Bewerbung, im Anfang, eine ſolche geweſen ſey, die ihrer allein würdig war; aber ihre Tugend gewann bald ebenſo meine Achtung wie meine Liebe. Ich verließ Sevilla um meinen Vater aufzuſuchen und ſeine Einwilligung zu einer Vermäh⸗ lung mit Beatriz zu erlangen. Ihr kennt die Vorur⸗ theile eines Hidalgo— ſie find unüberwindlich. In⸗ zwiſchen drang der Ruf der Schönheit und der Stimme der jungen Schauſpielerin bis nach Madrid, und auf


