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lichen Abzeichen des hohen Rangs ausmachten. Sein Haar, ſchwarz und glänzend wie das Gefieder des Raben, ringelte ſich nach hinten von der hohen Herrſcher⸗ ſtirne, die, Eine tiefe Furche zwiſchen den Augen ab⸗ gerechnet, nicht nur ſo weiß, ſondern auch ſo glatt war wie Marmor. Seine Geſichtsbildung war adler⸗ artig und regelmäßig, und die tiefe Olivenfarbe ſeiner Haut erſchien weiß und klar im Kontraſt mit ſeinem vollen Schnurr⸗ und Spitzbart. Die Leichtigkeit ſeiner großen und ſchlanken, aber doch muskulöſen Geſtalt ließ ihn jünger erſcheinen als er warz und ohne den anmaßenden und verächtlichen Hochmuth der Haltung, welcher ſo ſelten edler Geburt eignet, hätte Calderon ſich unter die größten Magnaten Europa's miſchen können, und jeder Beobachter hätte ihn für den Statt⸗ lichſten unter der Gruppe erklärt. Es war eine von jenen ſeltenen Geſtalten, welche ganz dazu gemacht find, das eine Geſchlecht zu beherrſchen und das andre zu bezaubern. Bei tieferer Prüfung aber hätte wohl die Unruhe und Unſtetigkeit des glänzenden Auges, das Zucken der Oberlippe, eine gewiſſe Haſt in Benehmen und Sprache, gezeigt, daß die Größe neben dem Stolz auch Verdacht ihm eingepflanzt hatte. Die Zuſchauer ſahen den Jäger auf der Höhe;— der Jäger ſah den Abgrund unten und athmete ſchwer in der Luft dieſer Höhe.
Die Höflinge näherten ſich Einer um den Andern dem Herzog, der ſie mit ſehr ungleicher Artigkeit em⸗ pfing. Gegen den gemeinen Haufen war er ſcharf,
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