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die Miene gaben, verſicherten, daß oft mitten unter ſeinen luſtigſten Feſten und ſtolzeſten Triumphen ſeine Stirne ſich umwölke— der Ausdruck ſeines Geſichts ſich ändere— und daß er nur mit ſichtbarer peinbcher Anſtrengung die beſonnene Selbſtbeherrſchung des Geiſtes wieder erkämpfe. Seine Laufbahn, welche gänzliche Verachtung gegen die gewöhnlichen Regeln und Bedenk⸗
lichkeiten verrieth, welche ſonſt ſelbſt den Abenteurer
zum Schein der Ehrbarkeit und Tugend vermögen, ſchien gewiſſermaßen dieſe Gerüchte zu rechtfertigen. Zu Zeiten aber brachen Blitze von glänzender und plötzlicher Großherzigkeit hervor, welche die Neugieri⸗ gen ſtaunen machten, die Kenner des menſchlichen Herzens verwirrten und ganz im Gegenſatz ſtanden zu der geſammten Art und Weiſe, wie der ehrſüchtige und gewiſſenloſe Mann ſeinen Weg zur Macht ſich gebahnt hatte. Sein Geiſt war von Jedermann anerkannt, aber es war ein Genins, der in keiner Weiſe die In⸗ tereſſen des Landes förderte. Er diente nur dazu, ihn ſelbſt zu ſtützen, zu vertheidigen und vorwärts zu bringen— Schwierigkeiten zu trotzen— Feinde zu ſchlagen— jeden Zufall, jedes eintretende Ereigniß zu neuen Stufen ſeines Emporſteigens zu benützen. Was auch ſeine Herkunft, das war klar, daß er alle Vortheile der Erziehung genoſſen; und Gelehrte rühm⸗ ten ſeine Gelehrſamkeit und waren ſtolz auf ſeine Gönnerſchaft. Während einerſeits in neuerer Zeit die wilden und frechen Ausſchweifungen des liederlichen Prinzen, unter dem Volke auf die Anleitung Calderons


