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Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Günſtlings des Glücks war ausnehmend obſtur. Lang hatte er geſtrebt ſie zu verbergen; als er aber merkte, daß die Neugierde ernſtliche Nachforſchungen über ſeine Herkunft anſtellte, hatte er plötzlich aus der Noth eine Tugend zu machen geſchienen; er erklärte freiwillig und laut, daß ſein Vater ein gemeiner Soldat in Valla⸗ dolid ſey; ja er lud ſogar ſeinen niedrigen Erzenger nach Madrid ein und beherbergte ihn in ſeinem eigenen Pallaſt. Dieſe kluge Offenheit entwaffnete die Bosheit, welche ihn an der Blöße der Geburt zu packen meinte. Als aber der alte Soldat ſtarb, verbreiteten ſich Ge⸗ rüchte, er habe auf ſeinem Sterbebette gebeichtet, daß er in keiner Weiſe mit Calderon verwandt ſey; er habe ſich zu einem Betrug bequemt, der ſeinen alten Tagen ein ſo ſtattliches und üppiges Aſpl gewährte; und er wiſſe nicht, in welcher Abſicht Calderon ihm die Ehre einer falſchen Vaterſchaft aufgedrungen habe. Dieſe Erzählung, die von den Meiſten verſpottet, doch von Einigen geglaubt wurde, veranlaßte noch ſchwär⸗ zere Gerüchte und Angaben über einen Mann, auf welchen die Augen ganz Spaniens ſich richteten. Man nahm an, er habe noch andere Beweggründe gehabt, ſeine wahre Abkunft und Namen zu verhehlen, außer⸗ dem daß er ſich ihrer Niedrigkeit geſchämt. Was für ein anderer Beweggrund konnte dieß ſeyn, als die Furcht vor der Entdeckung einer ſchwarzen, verbrecheri⸗ ſchen That aus ſeiner frühern Jugend her, wegen wel⸗ cher er die Ahndung des Geſetzes fürchtete? Diejeni⸗ gen, welche ſein Aeußeres genau zu beobachten ſich