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Calderon, der Höfling / von dem Verfasser Pelham's, Eugen Aram's, Rienzi's usw. Aus dem Engl. von Gustav Pfizer
Entstehung
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Weſens an den heuchleriſchen Formen des Hofs ſo an⸗ geſtoßen und mehr als einmal den Miniſter ſo ernſilich beleidigt, daß ſein mächtiger Verwandter alle Hoffnung aufgab, Fonſeca's Glück in Madrid zu fördern, und auf einen ſcheinbaren Vorwand ſann, ihn vom Hof zu verbannen. um dieſe Zeit heirathete der bisher kinderloſe reiche Oheim zum zweiten Mal, und ward mit einem Erben geſegnet. Jetzt war es nicht mehr nöthig, viele Umſtände mit Don Martin zu machen; und er erhielt plötzlich Befehl, ſich zu dem an der Grenze ſtehenden Heer zu begeben. Hier zeichnete er ſich bald durch ſeinen Muth aus; aber ſeine Rechtlich⸗ keit und Geradheit ſtanden auch jetzt ſeinem Vorrücken im Wege. Einige Jahre verſtrichen und ſeine Beför⸗ derung war unendlich langſamer von Statten gegangen als bei Männern, die ebenſo an Geburt als an Ver⸗ dienſten weit unter ihm ſtanden. Vor einigen Mona⸗ ten war er wieder nach Madrid zurückgekehrt, um ſeine Anſprüche bei der Regierung geltend zu machen; ſtatt aber ſeine Zwecke zu fördern, hatte er es zu einem ernſtlichen Bruch mit dem Kardinal gebracht und hatte plötzlich Befehl erhalten, ſich wieder ins Lager zu be⸗ geben. Noch einmal kam er jetzt nach Madrid, aber dießmal nicht, um ſeine Verdienſte geltend zu machen und Ehrenauszeichnungen zu begehren.

In jedem andern Land als in Spanien unter der Regierung Philipps Ml. wäre Martin Fonſeta bald zu hohen Würden emporgeſtiegen⸗ Aber, wie ſchon geſagt, er beſaß nicht die Talente des Schmeichlers oder