Den Hektoriden der gefallnen Troja:
Welch hohe Hoffnung ſtand an ſeiner Wiege!
Ein Traum von Thronen bis zur fernſten Zukunft,
Und Frankreichs Veilchenau und Perlenwein.
Hoch ſchwoll die Leier, jubelnd ſtieg das Lied;
Und Frauen, Krieger mit benarbter Stirn,
Der alte Stamm von Auſterliz, die Scharen,
Die durch der Alpen Kluft den Rachekrieg
Ins Heimatland des Siegesaars getragen,
Sie alle drängten ſich umher und riefen:
Heil Frankreich, Mutterland, dir iſt Sohn gefunden!
Ergraute Mächte bebten ob dem Ruf
Auf ihren ſchwachen, angeerbten Thronen,
Und gattenloſe Mütter kündeten
Den Mord voraus dem Knäblein an der Bruſt:
„Soll dies Geſchlecht dem Blut verfallen ſein,
„Die Menſcheit fortan Ate's Erbtheil werden?
„Wird dieſer ſtolzen Loſe Ruhe nie
„Gerüttelt in der Urne 7— Abwärts zogen
Die Jahre;— tritt, erblaste Fragerin
Herbei und lerne!
Auf jenem Felſen ſtirbt der Adler Herr!
Des Sohnes Leben iſt des Vaters Buße!
Was wiſſen wir von deinem wahren Selbſt,
Entſchlafner Knab', ob tapfer du ob feige;
Ob deine Seele feurig, ob zufrieden
Mit niedrer Luſt; ob dieſe ſchöne Stirn
Ein Haus des Geiſtes, oder ſtumpfer Sinn
Sich ſchüchtern ſperrte in die Formenregel
Von einem Hofgefangenwart; ob raſch
Dein Blut Lurch ſtolze Adern tünzte, oder
Vom trägen Herzen dumpfig nieder ſchlich;
Bulvers Romane XX. 2
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