——
——
16
Der Seele mächtger Engel, Ruhm; die Freiheit Die nie erliegt; der Wunſch nach einem Sein, Das beſſer iſt und lichter als das unſre;
Der Drang die Menſchen gros zu ſeh'n und glüklich; Und unſres Gleichen zu den Stralenvildern Des Himmels zu erheben; das Verlangen Hinaus zu dringen über Sterblichkeit
Und zu erklimmen den Olymp: iſt Dies
Nicht gll von dir gegeben„nicht dein Werk? Iſts nicht der Wunſch dem Götterruf zu folgen, Der unſern Staub durchbebt? das Unſichtbare Zur Glorie der Wirklichkeit zu bringen?
Das Ideal ins Leben zu beſchwören?
Die Träume in dem Haus von Elfenbein, Sind dein, die ungezälte Schar der Nacht, Der groſen Mutter dieſer dunkeln Erde,
Die lieblichen Deſpoten deren Throne
Sich bünden gegen jede Lebensangſt,
Und wunderkräftig, mächtiger als je
Der Menſchen harſches Wort, die Zähren hemmen! Sie deken auf des Herzens bittre Thränen Ein lächelnd Luftgeſpinſt; vom Grab zurük Entbieten ſie die Lieben und umgaukeln
Mit unſres Buſens alten Lenzesfarben
Die kurze Stunde; wie ihr weinend Kind Die Amme gängelt oder lullt in Schlaf,
So leiten oder ſtillen ſie die Seele.
Sie herrſchen, deine Sklaven, uber uns: Was Wunder, daß dem ſüß verwirrten Munde Die fromme Vorgeit lieh der Zukunft Kunde 7
VII. Sieh auf dem Sarg Oeſtreichs entkrönten Sohn,
8 30 S 8S 8 6 8 6


