Die Thräne, die dem Gram nicht, und das Lächeln Das nicht der irdſchen Luſt entſtammet,— Keime Die, wäreſt du nicht, all begraben lägen Bis man uns einſcharrt, ſteigen aus der Gruft, Wo deines Odems hold Gebot ſie ruft.
IV. Wir lieben; liebend täuſchen wir uns ewig, Denn die Gewohnheit nimmt, was uns das Schikſal Gelaſſen, und in gleichem Maße wie Die heiſe Glut der Leidenſchaft ſich nüchtert, Erbleicht der Engel vor dem Menſchenblik.
Umſonſt daß wir hienieden ſehnend ſchmachten
Nach unſres Buſens eingebornem Bild;
Du, die Egeria unſrer innern Welt,
Aus Lenzeshauch und Sonnenſtral geboren,
Du Abklang unſrer ſüsſten Herzenstöne,
Du ſchein ſt, doch biſt nicht, in der Menſchenliebe; Ein Stern erglänzſt du überm tiefen Meer,
Und unerreichb ar biſt du wie ein Stern.
Stets wenden wir das Aug von deinem Licht
Die Laſt der Erdenbürde mehr zu fühlen,
Nach fernem, dämmerigen Glük zu ſeufzen
Und von dem Staub des Himmels Fund zu fodern!
So hängt an deine Freuden ſich der Schmerz
Wie Töne uns durch Wollaut Thränen rauben.
Doch wenn die Qual, kommt auch der Lohn von dir Und Fantaſie beſiegt die Erdenklage.
Und ſtets, wie Perſiens zärtſter Dichter ſprach, Durchſtrömt der Roſe Hauch gemeinen Lehm*).
*)„Eines Tages ward ich entzükt durch den Duft eines
Stükes Erde. Biſt du Moſchus? fragte ich. Biſt du


