1⁰
III.
Spgibt eine Welt jenſeits der Sichtbarkeit,
Wo die Erinn'rung Hoffnungfarben trägt.
Der Jugend friſchem Blik mag geiſterhaft
Dies Leben dünken, aber innig ſüß—
Ein Herz nur und ein Traum. Wenn Nebeldunſt Die Erde drükt, entfliehen wir dorthin;
Die Luft weht ſanft und golden glüht der Tag, Und Blumen blühen, Wälder rauſchen, Vögel Erwiedern ſich mit frohem Ruf. Der Mittag Lacht laut hinab die luſtgen Waſſerfälle.
Kein Menſch iſt dort, doch immer findeſt du
Die Nixe ihre goldnen Loken flechtend;
Und iſt der Tag hinunter und die Sterne
Sind aus des Himmels duftger Nacht gebrochen⸗ Erblikſt du oft im fernen Dämmerlicht
Die hellen Elfen auf dem Silbergrün;
Und wenn des Morgens roſenfarbnen Urnen Der junge Thau entperlt, wenn in den Himmel Ihr frohes Lied in wild verſchlungnen Kreiſen Die erſte Lerche webt, kommt luſtig flötend
Der bärtge Faun durchs würzge Laub daher, Und nebelähnlich ſinken Dunſtgeſtalten
Hinab in den kryſtallnen Quell, und ſtill Zerfliest die Oreade in des Bergs
Umgrünter Höhle.
Dein Werk iſt dies und deine Welt, du holde Bewohnerin der Herzen; jedes Glaubens Gebild, wenn ſchön es oder wunderbar,
Iſt dein; von dir geboren, doch unſterblich; Und jeder Drang der ſehnſuchtvollen Seele,
Der Ewigkeiten Same eingeſtreut Vom Himmel in die unfruchtbare Erde;


