1
——
135
Haͤtte man Alles was Clifford irgend wo und wie in ſeinem fruͤhern Leben von Hoffnung, Luſt, Freude empfunden hatte, in ein einziges Gefuͤhl zuſammenſchmelzen und zuſammendraͤngen koͤnnen: dieß Gefuͤhl waͤre ſchaal geweſen gegen ſein Ent⸗ zuͤcken bei Luciens augenblicklicher, unſchuldiger Liebkoſung! Und in einer ſpätern, obwohl nicht fernen Zeit, als im Kerker des Miſſethaͤters die grimme Larve des Todes ihn angrinste, koͤnnte noch die Frage ſeyn, ob ſeine Gedanken nicht weit haͤufiger bei der Erinnerung an dieſen wonne⸗ vollen Augenblick, als bei der bittern Schmach des herannahenden Verdammungsſpruches verweilten.
„Sie athmet,— ſie bewegt ſich— ſie er⸗ wacht!“ rief der Vater, und Lucie ſagte, indem ſie aufzuſtehen verſuchte, und die Stimme des Squire erkennend, ſchwach und leiſe:„Gott ſey Dank, mein theurer Vater, Sie ſind nicht beſchaͤ⸗ digt! Und ſind ſie wirklich fort? und wo— wo ſind wir?“
Der Squire nahm Clifford ſeine Laſt ab und faßte ſein Kind in ſeine Arme, waͤhrend er ihr in ſeiner lichtvollen Weiſe erlaͤuterte, wo und in Weſſen Geſellſchaft ſie ſeyen. Die Liebenden ſtanden ſich Auge in Auge einander gegenuͤber, aber welches koͤſtliche Erroͤthen entzog die Nacht⸗ welche nichts als den Umriß ihrer Geſtalt ſehen ließ, den Augen Cliffords!
Der ehrliche, gutherzige Brandon war froh⸗
S**


