Teil eines Werkes 
12.-17. Bändchen (1853)
Entstehung
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niſche Mädchen den Kopf verwirrte. Ihr müßt nämlich wiſſen, wir hatten eine große Zuneigung zu Randals klei⸗ ner Schweſter gefaßt ein ſo hübſches, erröthendes, engli⸗ ſches Geſichtchen, wie Ihr nur je eines geſehen habt. Und es ſchnitt Harry tief ins Herz, als ſie bemerkte, wie das Mädchen ſo vernachläſſigt wurde von ihrer einfältigen Mut⸗ ter, dieſer ewigen Unruhe. Das Haar hing dem armen Ding ganz zerzaust um die Ohren. Auch meinte ich, dies wäre eine ſchöne Art, Randal und Frank näher zuſammenzu⸗ bringen, und würde mich in die Lage ſetzen, auch Etwas für Randal ſelbſt zu thun, der ein guter Junge iſt und Ha⸗ zeldeanblut in ſeinen Adern hat. Aber Violante iſt ſo ſchön, und ich wundere mich nicht, daß Franks Wahl auf ſie fiel; tragen wir ſelbſt ja die meiſte Schuld, daß ſie als Kinder ſo viel zuſammenkamen. Gleichwohl würde es mich ſchwer ärgern, wenn Rickybocky den Schlauen geſpielt und das Caſino nur deßhalb im Stich gelaſſen hätte, um meinem Jungen eine Gelegenheit zu geben, mit ſeiner Tochter einen heimlichen Verkehr zu unterhalten.

Ich glaube nicht, daß dies Riccabocca gleichſieht. Eher wollte ich ihm zutrauen, er habe Reißaus genommen, um Frank die beſte Gelegenheit zur Bewerbung um Violante, falls ihm dieſe zuwider war, zu rauben. Denn wo konnte Euer Sohn mehr von ihr ſehen, als eben auf dem Caſino?

Squire.Das iſt gut gegeben. In Anbetracht des Umſtandes, daß er nur ein ausländiſcher Doktor war und, wie wir uns denken können, mit einem Hanswurſt her⸗ umzog, iſt dieſer Rickybocky doch ein ganz gentlemaniſcher

Bulwer, meine Novelle. 93