—
1453
ich bei meinen Freunden Umfrage halten und ſehen, mit wie viel ſie mir auszuhelfen in der Lage ſind.
„Leider“— ſagte Levy, indem er aufſtand und zum Fenſter hinausblickte—„leider können wir die Marcheſe nicht mit fortnehmen— das Schlimmſte kömmt erſt. Schaut
hin— ſeht Ihr jene drei Männer? Sie ſind im Beſitz einer Vollmacht ſie verhaften zu laſſen, und ſobald ſie den Fuß über die Schwelle ſetzt, wird ſie feſtgenommen werden.“*
„Feſtgenommen!“ riefen Peschiera und Frank in einem Athem.
„Ich habe mein Beſtes verſucht, um dieſe Schmach abzuwehren, aber vergeblich,“ ſagte der Baron, eine troſt⸗ loſe Miene annehmend.„Ihr ſeht, unſere engliſchen Ge⸗ werbsleute bilden ſich ein, ſie hätten keine feſte Handhabe an Ausländer. Aber wir müſſen für eine Bürgſchaft beſorgt ſeyn. Sie darf nicht in's Gefängniß—“
„Gefängniß!“ echvete Frank.
Er eilte auf Levy zu und zog ihn bei Seite. Der Graf ſchien vor Scham und Kummer ganz gelähmt zu ſehn. Er warf ſich in den Sopha zurück und bedeckte das Geſicht mit ſeinen Händen.
„Meine Schweſter!“ ſtöhnte der Graf—„die Toch⸗ ter eines Peschiera und die Wittwe des di Negra!“
Es lag etwas Ergreifendes in dem ſtolzen Wehe dieſes hochſtehenden Patriciers.
* Zur Zeit dieſer Geſchichte ſtand noch das law ok mesne process in Kraft.


