Teil eines Werkes 
6.-11. Bändchen (1853)
Entstehung
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liebe einer ſorgloſen, üppigen, verwöhnten und ſelbſtſüch⸗ tigen Welt. Sein mit Zobelpelz gefütterter Oberrock ſchlug ſich zurück von der ſtolzen Bruſt. In den Falten des glän⸗ zenden Atlaſſes, der ſeinen Hals umgab, blitzte ein Türkis von ſo hohem Werth, daß er fünfzig Jahre bei dem Juwelier hatte liegen bleiben müſſen, bis ſich Jemand fand, der reich und leichtſnnig genug war, ihn zu kaufen. Sogar der Knopf ſeines Stocks war ein Meiſterſtück der Kunſt, und der Mann ſelbſt ſo elegant, ungeachtet ſeiner Stärke, und ſo friſch, trotz ſeiner Jahre! Es iſt erſtaunlich, wie gut ſich die Menſchen erhalten, wenn ſie an nichts denken als an ſich ſelbſt!

Pr rr! ſagte der Graf, ohne Frank zu bemerken, der hinter den Fenſtervorhängen verborgen war.Prrr! Es ſcheint mir, Du haſt eine ſehr unangenehme Viertelſtunde durchgemacht. Und nun Pieu me damue quoi faire?

Beatrice deutete auf das Fenſter, und es war ihr, als müſſe ſie in die Erde ſinken vor Scham. Aber da der Graf franzöſiſch ſprach und Frank ſich nicht ſonderlich hierauf verſtand, ſo hatten die Worte ſelbſt keinen Sinn für ihn, obſchon eine gewiſſe ſatyriſche Leichtfertigkeit in dem Tone einen ſehr mißfälligen Eindruck auf ihn machte.

Frank trat hervor. Der Graf bot ihm die Hand hin und ſagte mit einer ſchnellen Veränderung in ſeinem Ton und Weſen:

Wer von meiner Schweſter in einem ſolchen Augen⸗ blicke zugelaſſen wird, muß auch ein Freund von mir ſeyn.

Mr. Hazeldean, verſetzte Beatrice mit Bedeutung,

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