Teil eines Werkes 
6.-11. Bändchen (1853)
Entstehung
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für unſere Gefühle, Sir; aber dieſe Ausländer ſind heute da und morgen fort. Und

Der Bediente trat wieder ein. Madame di Negra wollte Mr. Hazeldean ſehen. Ob er die Treppe hinaufkom⸗ men wolle? Frank eilte, dieſer Aufforderung Folge zu leiſten.

Madame di Negra befand ſich in einem kleinen Zimmer, das als Voudoir ausgeſtattet war. Ihre Augen zeigten die Spuren eben erſt verwiſchter Thränen; aber ihr Geſicht war gefaßt und ſogar ſtarr in ſeinem ſtolzen, obſchon weh⸗ müthigen Ausdruck. Frank hielt ſich übrigens nicht damit auf, auf dieſes Antlitz zu achten oder ihre würdevolle Begrüßung anzuhören. Alle ſeine Schüchternheit war verſchwunden. Er ſah nur die Frau, die er liebte, in Demüthigung und Bedrängniß. Sobald die Thüre ſich hinter ihm geſchloſſen hatte, ſtürzte er ihr zu Füßen, ergriff ihre Hand und faßte den Saum ihres Kleides.

Oh, Madame di Negra! Beatrice! rief er mit Thränen in den Augen, und ſeine Stimme erſtickte faſt in edelmüthiger Aufregung;vergebt mir vergebt mir und betrachtet mich nicht blos als einen Bekannten. Zu⸗ fällig erhielt ich Kunde oder vielmehr eine Ahnung von der der auffallenden Beſchimpfung, welcher man Euch ſo ſchmählich ausgeſetzt hat. Ich bin hier. Denkt an mich nur als an Euren Freund an Euren treuſten Freund. Oh, Beatrice, und er beugte das Haupt über die Hand, welche er in der ſeinigen hieltich hätte mich früher nie ſo weit erdreiſtet und es ſcheint mir auch jetzt eine Anmaßung zu ſeyn obſchon ich nicht mehr anders