Teil eines Werkes 
6.-11. Bändchen (1853)
Entstehung
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innigen Herzensneigung Raum geben, ſo wäre es ihm nicht eingefallen, den Gegenſtand vafür in einer anderen Perſoͤn⸗ lichkeit, als in der eines glänzenden faſhionablen Abenteurers zu vermuthen, der gegen ſie alle Künſte abſichtlicher Be⸗ zauberung und die ganze Erfahrung häufig errungener Siege in Anwendung zu bringen vermochte. Wie war an etwas der Art zu denken bei der Einfachheit, der Jugend und der Unerfahrenheit unſeres Levnard? Harley würde über ſich ſelbſt gelächelt haben, wenn ſein Geiſt ſich vas Bild hätte vorſtellen wollen, wie dieſer unſchuldige Jüngling dem Weibe des Ehrgeizes die uneigennützige Liebe einer Dorfnymphe einflößte. Gleichwohl verhielt es ſich ſo, und zwar gerade aus denſelben Gründen, welche nach Harley's Anſicht die Begehung einer ſolchen Schwäche hätten verhindern ſollen.

Die Reinheit und Friſche des Herzens— ernſte ein⸗ fache Anmuth— der Gegenſatz in Ton, Gefühl und Ge⸗ ſinnung mit Allem, was in dem Kreiſe ihrer Bewunderer ſie ermüdet und angeekelt hatte— dies war es, was Beatrice ſchon beim erſten Zuſammentreffen mit Leonard feſſelte. Hier fand ſie, wovon ſie, ihrem eigenen Geſtändniß gegen Randal zu Folge, ſo lange geträumt, wonach ſie ſtets ge⸗ ſeufzt hatte. Ihre erſte Jugend war in einem verhaßten Ehebund hingeſchwunden, ohne daß ſie je jene ſanfte, un⸗ ſchuldige Entwicklungsphaſe des menſchlichen Lebens— die jungfräuliche Liebe— kennen lernte. Mancher Anbeter berührte vielleicht die Saiten ihrer Eitelkeit, wußte ihrer Phantaſie zu ſchmeicheln oder reizte ihren Ehrgeiz; aber ihr Herz blieb leer, und erſt jetzt war es erwacht. Die Welt