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auswehte in die Winde und ſein Auge auf den Sternen des Himmels ruhte.
So betete der Jüngling ſchweigend, und nachdem er damit fertig war, wollte er eben langſam das Fenſter ſchließen, als er deutlich in der Nähe ſchluchzen hörte. Er zögerte und hielt den Athem an; dann ſah er hinaus und bemerkte, daß das Fenſter neben dem ſeinigen offen ſtand. Alſo auch dort war Jemand wach und vielleicht gleichfalls im Gebet begriffen. Er lauſchte achtſamer und vernahm die in weichem leiſem Tone geſprochenen Worte:„Vater— Vater— hörſt Du mich jetzt?“
Sechstes Kapitel.
Levnard öffnete ſeine Thüre und ſchlich ſich an die des anſtoßenden Gemachs, denn es drängte ihn, dort einzutreten und Troſt zu bringen. Aber ſeine Hand hatte kaum die Klinke berührt, als er ſie wieder zurückzog. Die Trauernde war zwar nur ein Kind, aber ihr Geſchlecht viente ihr gegen Aufdringlichkeit zu einem noch wirkſameren Schutze, als ihr Kummer. Ein Etwas, über das er ſich in ſeiner jugend⸗ lichen Unwiſſenheit keine Rechenſchaft zu geben vermochte, hielt ihn von der Schwelle zurück. Es däuchte ihm eine Entweihung, wenn er ſie überſchritt. Er kehrte alſo wieder um und hörte noch ſtundenlang gelegentlich dieſes Schluch⸗ zen, bis es endlich erſtarb und die Kleine ſich in Schlaf geweint hatte.


