Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
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daß Sie heute Abend hier ſein würden. Verſtehen Sie mich? und hier bin ich!

Wollen Sie, ehe ich Sie zu verſtehen wage, Ro⸗ ſarita, denn dieſes Mal würde mir ein Mißverſtändniß auf der Stelle das Leben koſten, antwortete Fabian, den dieſe Worte und die liebevolle Miene des Mädchens aufs Heftigſte aufgeregt hatten,wollen Sie mir auf eine Frage antworten, wenn ich es wagen darf, dieſelbe zu ſtellen?

Wagen Sie es, Tiburcio, antwortete in zärtli⸗ chem Tone Roſarita, deren keuſche und reine Stirn der Mond beleuchtete,ich bin hieher gekommen, um Sie anzuhören.

Hören Sie mich! ſprach der junge Graf.Vor ſechs Monaten habe ich zu gleicher Zeit den Tod meiner Mutter, und den des Mannes rächen müſſen, der mir Vater geweſen war, ich meine Marcos Arellanos; denn wenn Sie Alles wiſſen, ſo wiſſen Sie auch, daß ich nicht mehr 4

Sie ſind für mich immer noch Tiburcio, ant⸗ wortete Roſarita;Don Fabian de Mediana habe ich nicht gekannt.

Der Unglückliche, der im Begriffe war, ſein Ver⸗ brechen zu büßen, der Moͤrder der Marcos Arella⸗ nos, mit einem Worte, Euchillo, bat um ſein Leben. Ich konnte ihm ſein Geſuch nicht gewähren; allein er rief:Ich bitte Sie um Gnade im Namen der Dona Roſarita, die Sie liebt, denn ich habe gehört Der Flehende hing über einem Abgrunde.

Schon wollte ich ihm, aus Liebe zu Ihnen, ver⸗ zeihen, als einer meiner Gefährten ihn in den Schlund hinabſtürzte.

Hundert Mal habe ich in der Stille der Nacht dieſe flehende Stimme gehört. Ich habe mich ängſtlich gefragt: Was hat er denn gehört? Ich frage heute Abend nun Sie, Roſarita: Was haben Sie ihm geſagt?

Ein Mal, nur ein Mal hat mein Mund das