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„O mein Gott! die Prüfung wird noch furchtbarer ſein, als ich zu denken wagte,“ ſagte Fabian bei ſich.
Und er machte einen Schritt; dann blieb er wieder ſtehen.
Der arme Jüngling hoffte Nichts mehr.
„Welches Wunder hat der Himmel gethan, daß ich Sie hier wieder finde?“ rief er.
„Ich komme jeden Abend hieher, Tiburcio,“ erwie⸗ derte das junge Mädchen.
Und nun fing Fabian an, noch ſtärker zu zittern, aber hoffnung⸗ und liebeerfüllt.
Roſarita hatte, als ſie Fabian zum letzten Male geſehen, dieſem, wie wir wiſſen, um keinen Preis ſagen wollen, daß ſie ihn liebte. Seit jener Zeit hatte ſie aber ſo Viel ausgeſtanden, hatte ſie ſo viel geweint, daß die Liebe dieſes Mal ſtärker war, als die Scham.
Jungfrauen zeigen bisweilen eine außerordent⸗ liche Kühnheit,— eine Kühnheit, die ihre Keuſchheit heiligt.
„Kommen Sie heran, Tiburcio,“ ſprach ſie:„hier haben Sie meine Hand.“
Fabian war in einem Sprunge bei ihren Füßen angelangt, und preßte convulſiviſch die Hand, die man ihm hinreichte. Vergebens aber ſuchte er zu reden.
Das junge Mädchen heftete einen Blick unruhiger Zärtlichkeit auf ihn.
„Laſſen Sie einmal ſehen, ob Sie ſich auch ver⸗ ändert haben, Tiburcio,“ hob ſie wieder an„Ach! ja, der Schmerz hat auf Ihrer Stirn ſeine Spur zu⸗ rückgelaſſen; allein der Ruhm hat dieſelbe veredelt. Sie ſind ebenſo tapfer, als ſchön, Tiburcio: mit Stolz habe ich erfahren, daß die Gefahr Sie nie erblaſſen machte.“
„Sie wiſſen, ſagen Sie?“ rief Fabian;„aber was
wiſſen Sie denn?“
„Alles, Tiburcio, ſelbſt Ihre geheimſten Gedanken; ich habe Alles erfahren,— ich habe ſo gar erfahren,


