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der Lücke der Hofmauer zu zeigen. Sie war einer jener Feen aus den alten Legenden des Nordens ähnlich, die den heidniſchen Skandinaviern über den Nebeln ſchweb⸗ ten. Einem Chriſten war dieſe Geſtalt der Engel der erſten und alleinigen Liebe.
Einen Augenblick ſchien Fabian dieſe graciöſe Er⸗
ſcheinung zu zerfließen; allein es war dieß nur ein Irr⸗
thum ſeiner Augen, die ſich wider ſeinen Willen mit einem Schleier bedeckten.
Die Erſcheinung zeigte ſich immer noch an demſel⸗ ben Orte.
Als er ſo viel Kraft verſpürte, um weiter zu gehen, trat er noch näher hinzu; die Erſcheinung verſchwand aber nicht.
Dem Jüngling wollte einen Augenblick das Herz in der Bruſt zerſpringen, denn ein furchtbarer Gedanke fuhr ihm durch den Kopf: er glaubte, er hätte nur noch den Schatten Roſarita's vor ſich„ und es wäre ihm tauſend Mal lieber geweſen, zu wiſſen, daß ſie ihn unbarmherzig verſchmähe, aber noch am Leben ſei, als ſie todt, als eine graciöſe und wohlwollende Viſion vor ſich zu ſehen.
Eine Stimme, deren herrlicher Klang ſein Ohr wie ein himmliſcher Ton traf, konnte ſeine Illuſion
nicht zerſtreuen, denn dieſe Stimme ſprach:
„Sind Sie es, Tiburcio? Ich erwartete Sie.“
War nicht die Hellſichtigkeit eines Geiſtes aus der andern Welt erforderlich, um ſeine Rückkehr aus ſo weiter Ferne zu errathen?
„Sind Sie es, Roſarita?“ rief Fabian mit unge⸗ mein bewegter Stimme;z„oder iſt es nur eine trügeriſche Viſion, die wieder verſchwinden wird?“
Und Fabian blieb unbeweglich, und war wie an⸗ genagelt, ſo ſehr fürchtete er, das holde Bild wieder ver⸗ ſchwinden zu ſehen.
„Ich bin es, ich bin es wirklich,“ ſagte die Stimme.


