„Ich theile ganz Ihre Anſicht, Vater, und lauſche Ihren Worten,“ antwortete der junge Graf.
„Ich danke Dir, Fabian, aber ich danke auch Gott, der mich Dich hat wieder finden laſſen,— der mir Dein ebenſo edles, als liebevolles Herz geſchenkt hat. Schau, hier ſind noch die deutlichen Spuren des Feuers, an dem ich ſaß; hier find noch die Kohlenüberreſte, die, obgleich ſie durch das Waſſer einer ganzen langen Re⸗ genzeit gewaſchen worden, doch noch ſchwarz ſind; hier ſt der Baum, an den ich mich am Abend des ſchönſten Tages meines Lebens lehnte.
„Mein Leben iſt durch Dich verſchönert worden, denn ſeitdem Du wieder mein Sohn geworden, iſt je⸗ der Tag ein Tag der Freude für mich geweſen,— bis zu dem Augenblicke, wo ich einſehen mußte, daß meine Liebe zu Dir nicht die iſt, nach der das Herz der Ju⸗ gend verlangt.“
„Warum denn aber immer auf dieſen Gegenſtand zurückkommen, mein Vater?“ antwortete Fabian mit jener ſanften Reſignation, die weher thut, als die bit⸗ terſten Vorwürfe.
„Meinetwegen! ſprechen wir nicht mehr von dem, was peinlich für Dich ſein kann; wir werden ſpäter wieder davon reden,— nach der Probe, die ich Dir nicht habe erſparen können.“
Vater und Sohn,— denn wir können ſie wohl ſo nennen,— beobachteten abermals ein abſolutes Schwei⸗ gen, um nur noch den Stimmen der Einöde zu lauſchen. Wer vermöchte zu ſagen, was dieſe Stimmen Alles einer verwundeten Seele zumurmeln?
Die Sonne ſenkte ſich am Horizonte; ein leiſer Zephyr küßte mit ſeinem Hauche das Laub der Bäume; ſchon fingen die von Aſt zu Aſt fliegenden Vögel wie⸗ der an, zu zwitſchern und zu ſingen; es bewegten ſich die Inſekten im Graſe umher; es ließ ſich in der Ferne das Gebrüll der Hausthiere hören; es waren die Gäſte


