Waldes, und zwar gerade in der Lichtung Halt, wo Fabian den Kanadier und den Spanier wie Freunde gefunden hatte, die ihm Gott von den äußerſten Grenzen der Welt her zugeſandt.
Dieſes Mal bedeckten nicht die Schatten der Nacht jene Orte; es herrſchte aber dort die Stille der Wäl⸗ der Amerika's,— jene feierliche Stille, wenn die Sonne im Zenith ihre glühend heißen Strahlen herabſchießt; wenn die Blüthe der Lianen ihren Kelch ſchließt; wenn der Grashalm ſich ſchmachtend nach der Erde hin ſenkt, gleichſam um dort Kühle zu ſuchen, und wenn die ganze Natur, ſtumm und in Erſtarrung verſenkt, leblos ſcheint. Das ferne Brauſen des Stromes war das einzige Ge⸗ räuſch, das um dieſe Stunde die impoſante Stille der Wälder ſtörte.
Die Reiter zäumten und ſattelten ihre Pferde ab, die ſie in einiger Entfernung anbanden. Da ſie die ganze Nacht hindurch geritten waren, um die Hitze des Tages zu vermeiden, ſo hatten ſie beſchloſſen, ihre Sieſta unter dem Schatten der Bäume zu halten.
Gayferos war der erſte, der einſchlief; die Liebe, die er gegen Fabian hegte, war in Betreff der Zukunft ganz ruhig. Pepe machte es bald wie der Gambuſino; nur der Kanadier und Fabian ſchloßen die Augen nicht.
„Du ſchläfſt nicht, Fabian?“ ſprach Roſenholz leiſe.
„Nein; aber warum ruhen Sie nicht ein wenig aus, warum machen Sie es nicht, wie unſere zwei Ge⸗ fährten?“
„Man ſchläft nicht an Orten, die Einem heilig ſind, Fabian,“ antwortete der alte Jäger;„dieſer Ort iſt für mich ein heiliger geworden. Iſt hier nicht ein Wunder geſchehen, als ich Dich in der Tiefe der ameri⸗ kaniſchen Wälder wieder fand, nachdem ich Dich auf dem endloſen Oeean verloren? Ich würde gegen Goit un⸗ dankbar zu ſein glauben, wenn ich, um auch nur den Schlaf zu ſchmecken, den er uns ſchenkt, hier Alles ver⸗ gäße, was er für mich gethan.“


