Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

302

Vergnügen reisten. Es war dieß gar unwahrſcheinlich, indeſſen machte ich keine Bemerkung darüber.“

Dona Roſarita konnte einen Seufzer nicht ganz unterdrücken; vielleicht erwartete ſie einen Namen.

Gayferos fuhr fort, die verſchiedenen Thatſachen zu erzählen, die der Leſer bereits kennt. Bei der Weg⸗ ſchleppung Fabian de Mediana's angekommen, rief er, ohne indeſſen von Rothhand und Miſchblut zu ſprechen, deren Erwähnung bei dem jungen Mädchen unangenehme Erinnerungen hervorrufen mußte, aus:

„Ja, Madame, der arme Jüngling war von den Indianern gefangen worden, und ſein Tod ſollte den der gefallenen Wilden rächen.“

Hier hatten ſich die Wangen Roſarita's mit einer Todesbläſſe bedeckt.

„Wohlan! und was iſt aus dieſem Jüngling ge⸗ worden?“ fiel der Hacendero ein, den dieſe traurige Kataſtrophe faſt eben ſo rührte, wie ſeine Tochter.

Roſarita, deren Stimme während der Erzählung des Gambuſino erloſchen war, dankte ihrem Vater mit einem zärtlichen Blicke für das Intereſſe, das er an dem Jüngling nahm,— an dem Jüngling, für den ſie ſelbſt ſich ſo lebhaft und ſo unwillkührlich intereſſirte.

Gayferos verbarg einen Blick der Freude, und fuhr, es abermals mit derſelben Delicateſſe vermeidend, auf den blutigen Kampf im Red⸗Fork⸗Thale auch nur an⸗ zuſpielen, alſo fort:

„Drei Tage und drei Nächte verſtrichen unter furchibaren Aengſten, die von einigen ſchwachen Hoffnungs⸗ ſtrahlen durchzuckt waren. Endlich konnten wir am Morgen des vierten Tages die blutdürſtigen Räuber unverſehens überfallen, und nach einem hartnäckigen Kampfe war es dem rieſigen Krieger vergönnt, den⸗ welchen er ſein vielgeliebtes Kind nannte, an ſein Herz zu drücken: es hatte derſelbe keinen Schaden genom⸗

men.“

*

—— e—