Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
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Einundachtzigſtes Rapitel. Der Bericht.

Den Kopf mit ihrer ſeidenen Schärpe umſchlungen⸗ welche die langen Flechten ihrer ſchwarzen Haare hin⸗ durchdringen und auf ihren Buſen herabfallen ließ, trug Dona Roſario auf ihrem Geſichte die Spuren langer und geheimer Leiden.

Als ſie ſich ſetzte, geſellte ſich, auf ihren Zügen, ein Zeichen entſchiedener Unruhe zu der Bläſſe ihres Geſichts. Das Mädchen ſchien zu befürchten, ſie ſtehe jetzt auf dem Punkte, wo ſie nicht länger von der Ver⸗ gangenheit träumen dürfe, ſondern wo ſie eine Zukunft annehmen müſſe, die ſie kaum in's Auge zu faſſen wagte.

Als der Fremde ſich gleichfalls geſetzt hatte, ſagte der Hacendero zu ihm: 3

„Ich danke Ihnen, mein Freund, daß Sie ſich hie⸗ her bemüht haben, um mir Nachrichten zu bringen, ob⸗ gleich man mich hat ahnen laſſen, daß dieſelben gar traurig ſeien; allein wir müſſen Alles erfahren. Der Wille Gottes ſei gelobet!“

„Die Nachrichten ſind in der That traurig; aber es iſt, wie Sie ſagen, von Wichtigkeit(hier ſchien der Un⸗ bekannte, indem er auf ſeine Worte einen beſonderen Nachdruck legte, ſich ſpeciell an Dona Roſario zu wen⸗ denz), daß Sie Alles erfahren. Ich habe gar Vieles geſehen, und die Wüſte birgt vielleicht nicht ſo viele Ge⸗ heimniſſe, als man glauben könnte.“

Das Mädchen fuhr ein wenig zuſammen, und hef⸗ tete auf den Mann mit dem rothen Tuche einen klaren und durchdringenden Blick.

„Sprechen Sie, mein Freund,“ ſagte Sie mit ihrer