Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
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Gaſtfreundſchaft etwas Anderes anzunehmen, als einen aufrichtigen Dank, und das Verſprechen, daß nun auch er auf eine ähnliche gaſtfreundliche Aufnahme rechnen dürfe.—

Dann ritten die drei Reiter in ſcharfem Trabe da⸗ von. Das Pferd des Unbekannten ſtand denen, welche die beiden Diener Don Aguſtins ritten, weder an Kraft, noch an Schönheit nach.

Der Weg wurde raſch zurückgelegt, und als die Sonne des dritten Tages heraufkam, bemerkten die Reiſenden in der Ferne ſchon verworren den Thurm der Hacienda del Venado. Bald ſtiegen ſie im Hofe ab. Obgleich es um die Stunde war, wo die aufgehende Sonne ihre erſten freundlichen Strahlen herabſchießt, ſo lag doch über dem Gebäude und der Umgegend eine Art Traurigkeit verbreitet, die das Morgenlicht nicht ganz zerſtreuen konnte. Man wäre verſucht geweſen, zu ſagen, es ſei die Melancholie der Herrſchaften ge⸗ weſen, die ſich von innen nach außen verbreitet habe.

Der Kummer verzehrte Dona Roſario, und die Unruhe nagte am Herzen des Hacendero, der ſie dahin⸗ welken ſah. Ungeachtet der furchtbaren Lage, in der ſich die Tochter Don Aguſtin's ſechs Monate früher, während der Schlacht am Red⸗Fork, befunden, hatte ſie die Ueberzeugung erlangt, daß Fabian noch lebe. Am Morgen des Schlachttages hatte ſie ſeine Stimme erkannt; einige Stunden darauf hatte Roſarita mit dem den Weibern eigenen wunderbar geſchwinden Blicke, während ſie in den Armen Brennſtrahls über das Schlacht⸗ feld hingetragen wurde, Fabian unter dem Schutze der Art eines Unbekannten kämpfen ſehen. Warum war Don Tiburcio, wie ſie ihn ſtets nannte, nicht nach der Ha⸗ cienda zurückgekehrt? Weil er entweder todt war, oder ſie nicht liebte, und aus dieſer Alternative entſtand der tiefe Kummer Roſarita's.

Eine andere Urſache der Unruhe für den Hacenbero war das Ausleiben aller und jeder Rachricht über den