nd ie e
—„„ 8—
295
„Gar Viel. Allein ſagen Sie mir gefälligſt, wie Ihr Herr heißt.“
„Er heißt Don Aguſtin Pena, und iſt Eigenthümer der Hacienda del Venado.“
Die Phyſignomie des Unbekannten ward hier von einem Blitze der Freude durchzuckt.
„Ich werde,“ antwortete der Unbekannte,„Don Aguſtin Alles ſagen, was er zu wiſſen wünſcht. Wie viele Tagereiſen iſt die Hacienda von hier entfernt?“
„Drei Tagereiſen, wenn man ein gutes Pferd hat.“
„Ich habe ein vortreffliches, und wenn Sie bis mor⸗ gen Abend auf mich warten können, ſo begleite ich Sie, um Don Aguſtin ſelbſt Alles haarklein zu erzählen.“
„Es bleibt dabei,“ antwortete der bärtige Major⸗ domus.
„Ganz gut!“ ſagte eifrig der Mann mit dem rothen Tuche,„morgen um dieſe Stundez dann können wir bei Nacht und in der Kühle reiſen.“
Er entfernte ſich, während der Majordomus ausrief:
„Ich muß geſtehen, Caramba! daß man nicht ge⸗
fälliger ſein kann, als dieſer Caballero mit dem rothen Tuche.“ Damit war aber den Neugierigen nicht gedient, die ſich ſchon auf eine ſchöne und lange Geſchichte gefaßt gemacht hatten; allein es blieb ihnen Nichts übrig, als ſich zufrieden zu geben, denn ſie ſahen den Mann mit dem rothen Tuche vorüberreiten, und ſich in noördlicher Richtung raſch entfernen⸗
Der Unbekannte hielt Wort. Am nächſten, als dem zur Abreiſe bezeichneten Tage, fand er ſich wie⸗ der, als man das Angelus läutete, im Preſidio ein.
Die zwei Diener Don Aguſtins verabſchiedeten ſich bei ihrem Hauswirthe, und verſicherten ihn zugleich, daß, wenn ihn je einmal ſeine Geſchäfte nach der Ha⸗ cienda del Venado führen ſollten, er dort des liebevoll⸗ ſten Empfangs gewiß wäre. In jenen noch primitiven Ländern würde auch der Aermſte ſich ſchämen, für ſeine


