Teil eines Werkes 
Band 4 (1851)
Entstehung
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der Abendwind drang mit ſeinem vagen Geflüſter von den Ohren Roſorita's bis in ihr Herz, und ihr Herz ſandte ihren Ohren Melodien zurück, ſo ſanft und melancholiſch, wie die Dämmerungsbriſe. Das Mädchen hörte ganz ruhig der Stimme des Windes zu, aber ſie zitterte, und fühlte ſich beengt bei den Antworten, die ihr Herz auf den ſanften Hauch der Briſe gab.

Wir wollen die Liebe nicht materialifiren, allein

Roſarita ſollen wir die Sache in anderen Worten ausprücken? Roſarita liebte, und die plötzlich ge⸗ weckten Sinne des den tropiſchen Gegenden angehören⸗ den Mädchens miſchten in die Regungen ihrer Seele ihr erſtes und myſteriöſes Geflüſter. Glücklich derjenige, deſſen Andenken dieſe berauſchenden Empfindungen in dem Buſen der Jungfrau weckt, die ſich ſelbſt noch nicht kennt, wie die Blume, die ſich kaum geöffnet, ihre Wohl⸗ gerüche nicht kennt, aber noch weit glücklicher, wenn er da iſt, um den erſten Duft der ſich entfaltenden Blüthe einzuathmen! Das Preſidio war, wie ich die Ehre gehabt habe, Ihnen zu wiederholen, Madame, ſprach Encinas, der die Zerſtreutheit Roſarita's bemerkte,in dem Augen⸗ blicke, wo ich dort war, ſo einſam, wie ſonſt, und mit Ausnahme der Goldſucher, deren Anweſenheit es einen Augenblick belebt hatte, erinnerte man ſich nicht, daß ſeit einem ganzen Monate auch nur ein einziger Reiſen⸗ der daſelbſt angekommen.

Sie wurden nicht weit vom Preſidio von den In⸗ dianern angegriffen?

In einer Entfernung von kaum drei Stunden, als ein tapferer und ſchöner Jüngling ankam Roſarita fuhr unwillkürlich zuſammen.

Ach! ja, ſagte ſie traurig, als ſie ihren Irrthum

einſah,es iſt wahr, es war der junge Comanche, der

Sie befreite. Das Mädchen hatte, einen Augenblick, ohne es zu wollen, den tapferen, ſchönen jungen Mann, von hem