Teil eines Werkes 
Band 3 (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

floſſen, ſich ſeinerſeits nach einem Laufe von etwa hun⸗ dert und achtzig Stunden in den mexikaniſchen Meerbuſen wirft.

Sechzig Stunden von der Hacienda del Venado (man darf ſich über eine ſolche Diſtanz in einem Lande, wo Leute, die zwanzig bis dreißig Stunden von einan⸗ der weg wohnen, ſich noch als nahe Nachbarn behandeln, nicht wundern), und etwa eine halbe Stunde von dem Red⸗Fork*) dehnt ſich ein großer, aus Cedern, Kork⸗ eichen, Eichen, Sumachen und Wurzelträgern beſtehen⸗ der Wald aus.

Von dem Saume dieſes Waldes bis zu dem Orte, wo der Fluß ſich gabelförmig theilt, bietet der Boden nur eine große Ebene dar, deren Gras ſo lang iſt und ſo dicht ſteht, daß ein Reiter auf ſeinem Pferde über dieſes wallende grüne Meer kaum mit dem Kopfe hin⸗ ausſieht.

In einem der geheimſten Winkel des Waldes, und unter den düſterſten, durch den Gipfel ſeiner höchſten Bäume gebildeten Arcaden, an dem Ufer eines Tei⸗ ches, der vermöge ſeiner Größe ein See genannt wer⸗ den konnte, ruhten etwa ein Dutzend Männer aus.

Die einen lehnten ſich mit dem Rücken gegen die Stämme der mehrere hundert Jahre alten Eichen, wäh⸗ rend die andern, auf dem dichten Graſe liegend, womit die Ufer des Teiches bedeckt waren, ſchliefen.

Der Teich bildete eine große, klare Waſſerfläche von unregelmäßiger Geſtalt, die ſich einem Trapeze näherte. An dem Ufer, das dem gegenüber lag, wo dieſe Perſo⸗ nen ſich aufhielten, und unter einem durch die Ver⸗ ſchlingung der Aeſte gebildeten Gewölbe verlor ſich ein ſchmaler Kanal inmitten eines Netzes von ſchönem Grün.

*) Rothe Gabel.