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Seit Jahren hatte man im Lande keine Spur von Indianern mehr geſehen; es waren daher nur einige an Strapazen reiche Tage, und dieſe Mühen wurden durch das aufregende Schauſpiel, das die Mexikaner dieſer fernen Gegenden eben ſo gierig, wie das eines Stiergefechts ſuchen, mehr denn aufgewogen⸗
An dem Morgen, wo dieſer Auszug Statt findet, finden wir uns wieder auf der Hacienda del Venado.
Die Pferde piaffirten, geſattelt, in dem Hofe neben der Treppe.
Die mit Matrazen, Gepäck und Lebensmitteln be⸗ ladenen Mauleſel waren, wie die Relais⸗Pferde, voran⸗ gegangen.
Die zwei zur Bedienung ihrer Herrſchaften allein zurückgebliebenen Domeſtiken warteten nur noch auf die⸗ ſelben, um weg zu gehen.
Die Sonne ſchoß kaum ihre erſten Strahlen herab, als der Hacendero, der Senator, und Dona Roſario im Reiterkoſtüm oben auf der in den Hof hinausgehen⸗ den Treppe erſchienen.
Das Mädchen hatte nicht mehr jene friſchen Far⸗ ben, die es an Schmelz der halb offenen Granate gleich thaten; aber die Bläſſe ihres Geſichts, worin ſich die Melancholie ihrer Seele ſpiegelte, war lieblich zu ſchauen, wie die Morgentinten, die auf die Finſterniß der Nacht folgen, und dem blendenden Azurblau des amerikaniſchen Himmels um Mittag vorangehen.
Die Cavalcade machte ſich auf den Weg.
Als ſie an der Lücke der Umfaſſungsmauer vorüber⸗ kam, die der, den Roſarita ſtets Tiburcio Arellanos nannte, erſtiegen hatte, um nicht mehr der Gaſt ihres Vaters zu ſein, zog das Mädchen ihren Schleier über das Geſicht herab, um eine ihren Augen ſich entringende Thräne zu verbergen. Und doch hatte die Nacht ſie gar oft überraſcht, wie ſie an demſelben Orte träumte;
aber als ſie die Hacienda verließ, kam es ihr vor, als


