Teil eines Werkes 
Band 3 (1851)
Entstehung
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angen die keuſchen Melodien der entſtehenden Liebe ihr in das Ohr.

Dann fühlte ſie eine unendliche Leere in ihrem Herzen, denn der, den dieſe Stimmen nannten, war ncht mehr da.

e Wo war er?

Und die Tage verfloſſen, ohne daß man es ihr ſa⸗ gen konnte.

3 Während dieſer ganzen Zeit hatte der Senaior, wir müſſen es geſtehen, den Platz, den er bis zur Ka⸗ pitulation treiben ſollte, ziemlich geſchickt belagert. Dank dem großen Credit, den Don Eſtevan ihm bei dem Harendero eröffnet, und wovon Tragaduros einen erſchöpfenden Gebrauch machte, war es ihm gelungen, das Mädchen anfänglich ein wenig zu zerſtreuen, und dann den tiefen Kummer deſſelben einigermaßen zu lindern.

Geſchenke, Ueberraſchungen, in denen ſich eine eifrige Galanterie ausſpricht, üben, als Zeugniſſe eines ſtark verliebten Herzens, auf Weiber ſtets einen mächtigen Zauber aus, der ihre Eigenliebe titzelt, und allmählig den Weg zu ihrem Herzen öffnet. 7

Auch hatte der Senator ein unbegrenztes Ver⸗ trauen zu ſeinen eigenen Verdienſten.

Es iſt eine gar nicht zu verachtende Taktik, wenn man ſich bei Frauen unabläſſig rühmt. Wenn ſie einen Mann ſtets ſein eigenes Lob ſingen hören, glauben ſie am Ende ſelbſt Etwas davon, denn jede tiefe Ueber⸗ zeugung iſt eontagiös.

Tragaduros beſaß alſo die Kunſt, ſein eigenes Lob zu fingen, indem er die unübertrefflichen Eigen⸗ ſchaften, womit er ſich ſelbſtgefällig bedachte, der Liebe zuſchrieb, die er zu Dona Roſario fühlte. Sich davon nicht überzeugen laſſen wollen, heißt, bei einer Eva⸗ tochter, ihre eigene Macht verkennen, und wenige von den⸗ ſind gegen ſich ſelbſt bis zu dieſem Grade unge⸗ recht.

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