Teil eines Werkes 
Band 3 (1851)
Entstehung
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Nach und nach zertheilten ſich dieſe Nebel, von dem Morgenwinde wie eine wallende Draperie empor⸗ gehoben. Dunffflocken blieben capriciös an den Blät tern der Geſträuche hangen, oder hüpften, Gemſen ähn⸗ lich, von Gipfel zu Gipfel; ließen nach einander tiefe Engpäſſe ſehen, an deren Eingange die Opfergaben womit der indianiſche Aberglaube die Genien der Berge bedacht hatte, ſich in großer Menge zeigten, und ent⸗ hüllten dem Auge wilde Abgründe, und an deren Sei⸗ ten ſchäumend herabſtürzende Wafſerfälle.

Ueber dem Grabe des indianiſchen Häuptlings ſandte die Cascade einen feuchten Staub empor, und bildete hinter den Gebeinen des Schlachtpferdes flüchtige Regenbogen. Endlich konnte man ſehen, wie am Fuße der Pyramide, auf dem ſich das Grabmal befand umgeben einerſeits von den ſteil abfallenden Felſen, von denen lange Draperien von Grün herabhingen, und andererſeits von einem See mit ſtehendem Waſ⸗ ſer, und, zwiſchen den Felſen und dem See, geſchloſſen durch einen Gürtel von Weidenbäumen mit ihrem blaſ⸗ ſen Laube, und von Baumwollbäumen mit ihren offe⸗ nen Schoten ein enges Thälchen ſich ausdehnte: dieß war das Goldthal.

Auf den erſten Blick bemerkte das Auge nur die düſtere und bizarre Decoration, die es umgab den mit Tannen und Nebeln begrenzten Berg, der auf ſei⸗

ner Spitze ein gebleichtes Skelett trug die ſcheußli⸗ chen aus Menſchenhaaren beſtehenden Trophäen ſchäumende Cascaden und den unter einem Mantel von Waſſerpflanzen kaum ſichtbaren See; aber ein Gambuſino würde bald noch Anderes entdeckt oder er⸗ rathen haben.

Noch verrieth an dieſem einſamen Orte Nichts die Anweſenheit lebender Weſen, als drei Männer, die, bis daher durch die Unebenheiten des Bodens verbor⸗ gen, ganz in der Nähe des Goldthales erſchienen.