Teil eines Werkes 
Band 3 (1851)
Entstehung
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aus, und neigten ihre ſchiefen Stämme und ihre ſchwar⸗ zen Nadeln über den Abgrund hin.

Am Fuße dieſer Bäume, die durch verborgene Bande ſtehend erhalten wurden, zeigte das Skelett eines Pferdes auf ſeinen gebleichten Gebeinen die rohen Zier⸗ rathen, die es früher getragen. Bruchſtücke von einem Sattel umgaben noch ſeine alles ihres Fleiſches be⸗ raubten und durchſichtigen Flanken.

Das Dämmerungslicht beleuchtete bald unheimli⸗ chere Embleme; auf Pfoſten, die in gewiſſen Entfer⸗ nungen angebracht waren, flatterten Menſchenhaare im Morgenwinde. Dieſe ſcheußlichen Trophäen zeigten das Grab eines barbariſchen Kriegers an. Und in der That ruhte ein durch ſeine Heldenthaten einſt berühm⸗ ter indianiſcher Häuptling auf der Spitze dieſer natür⸗ lichen Pyramide.

In ſeinem Grabe liegend, beherrſchte der Häupt⸗ ling, wie der Genius der Verwüſtung, die Ebenen, auf denen ſein Kriegsgeſchrei ſo oft erſchallt war, und die er auf dem nämlichen Schlachtpferde durcheilte, deſſen Gebeine nun neben ihm von dem Thaue der Nächte und der glühenden Hitze des Tages gebleicht wurden. Raubvögel ſiogen krächzend über dieſem ſtumwen Grabe hin und her, gleich als ob ihr Gekrächze den hätte aufwecken ſollen, der für immer ſchlief, und deſſen kalte ihre blutigen Feſtmahle nicht mehr bereiten

ollte.

Einige Minuten darauf erſchien der den Nebelber⸗ gen entgegengeſetzte Horizont in blaſſem Lichte; roſen⸗ farbene Wolken ſtiegen gegen den Zenith empor; bald darauf traf, ähnlich dem erſten Funken einer im Ent⸗ ſtehen begriffenen Feuersbrunſt, ein Sonnenſtrahl, wie ein goldener Pfeil, den dunklen Nebel der Sierra, und Lichtſtröme übergoßen die Tiefen der Thäler wie mit einem Flammenteppiche.

Der Tag war nun da, aber ein Nebelmantel ver⸗ hüllte noch die Hügelmaſſe.