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kein Schuß traf, da den Schießenden das Auge getrübt war, und die Hand zitterte. Die Apachen verſchmähten es ſogar, dieſes Flintenfeuer zu erwiedern.
Die wilden Krieger ſtürzten, mit dem Spieße und der Mordkeule in der Hand, heran, nicht unähnlich einer jener wilden Wogen, die brauſend ſich an dem umſchlagenden Schiffe brechen.
Sechzig Pferde, die mit einem Male mit dem wil⸗ den, ihnen und ihren Herren eigenthümlichen Ungeſtüm, auf die Verſchanzung zugeſprengt kamen, ſtürzten ſich durch dieſelbe hindurch, gleich den Wogen des Oceans, die ſchäumend das in Stücke gehende Schiff umgeben, womit wir das mexikaniſche Lager verglichen haben.
An der Spitze dieſer furchtbaren rothhäutigen Rei⸗ ter, inmitten des betäubenden Geheuls, das ſie aus⸗ ſtießen, war der Schwarzvogel, an ſeiner hohen Statur und der Unbeweglichkeit ſeines rechten Armes zu erken⸗ nen. Als unerſchrockener Häuptling hatte der Indianer ſich an ſeinen Sattel feſtbinden laſſen, um ſeine Krieger anzuführen, und ſeine Augen an dem Gemetzel zu wei⸗ den,— wir ſagen, ſeine Augen, denn ſeine linke Hand diente ihm dazu, ſein Pferd zu lenken. Er konnte die Kämpfenden bloß durch die Füße ſeines Pferdes zer⸗ treten laſſen.
In einigen Minuten hatten die Art,, das Meſſer, die Lanze, in den Händen der Indianer furchtbar ge⸗ wüthet. Die Leichname lagen in Haufen herum. Noch kämpften einige Mexikaner mit dem Muthe der Ver⸗ zweiflung; die meiſten von denen, die am Leben waren, ſuchten zu fliehen; allein die noch im Lager gebliebenen Pferde lagen neben ihren Herren todt auf dem Sande herum. Indeſſen ſiegte die Furcht: die Weißen verließen ihren letzten Zufluchtsort, um ſich über die Ebene hin
zu zerſtreuen.
Die Niederlage der Mexikaner war mehr denn zur Hälfte entſchieden, als den noch im Lager Kämpfenden ein Hoffnungs⸗Strahl ſich zeigte.


