der Donner, der an einem heiteren Tage ploͤtzlich in der Ferne brüllt, rief:
„Ich ſehe hier nur einen Häuptling(hier deutete er mit einem Finger auf ſeine nackte Bruſt)— und zwar einen indianiſchen Häuptling. Wo iſt der weiße Häuptling? Ich ſehe ihn nicht.“
Bei dieſer ſtolzen Antwort war der Abenteurer wie vernichtet: er fühlte, daß man ihm die Maske ab⸗ geriſſen. Während er ſich wieder zu ſammeln, und ſich ſeinerſeits die Haltung eines in ſeinem gerechten Stolze beleidigten Mannes zu geben ſuchte, ſetzte der Schwarz⸗ vogel hinzu:
„Warum denn einen ehrlichen Indianer hinter das Licht führen wollen?“
„Gomez führt nie einen Menſchen hinter das Licht,“ ſtotterte der Mexikaner heraus:„ich habe es Dir geſagt, ich bin der Häuptling— der alleinige Häuptling.“
Der Schwarzvogel gab der Antilope ein Zeichen.
Und nun ſtarrte auch der Läufer den Abenteurer an, den er vollends verwirren und beſchämen wollte.
„Der alleinige Häuptling, ſagſt Du? der Herr die⸗ ſer Hütte von Leinwand— der Krieger mit dem ſtern⸗ beſäeten Banner, das auf dieſem Dache weht?“
„Das Alles bin ich,“ ſprach der Merikaner.
„Ich häbe eine Lüge gehört,“ donnerte dieſes Mal der Schwarzvogel heraus;„ein Häuptling, wie ich, hört deren keine zwei!“
Die Antilope ſtellte ſich, ſich als Vermittler ge⸗ bahrend, zwiſchen den Zorn des indiſchen Häuptlings und das Unbehagen des Mexikaners. Der wilde Krie⸗ ger hielt den Schwarzvogel, der aufſtehen zu wollen ſchien, um die Conferenz gewaltſam abzubrechen, auf ſeinem Platze zurück.
Dann wandte er ſich an Gomez und ſprach:
„Der weiße Krieger hat ſeine Freunde, die India⸗ ner, entweder erheitern, oder ihren Verſtand auf die Probe ſetzen wollen. Er weiß wohl, daß er nicht der
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