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gels herab wird man die Worte eines Häuptlings beſ⸗ ſer hören.“
Der Indianer machte Umſchweife, um ſeinen Zweck zu erreichen. Der improviſirte Anführer bebte vor die⸗ ſem offenbaren Beweiſe von Rückſichtsloſigkeit; allein er hatte nicht die gehörige Zeit gehabt, um ſeine Rolle gründlich zu ſtudiren.
Gomez beeilte ſich, dem Wunſche der Parlamentäre zu willfahren, und ging ihnen voran, um ſie in das verlaſſene Zelt Don Eſtevan's einzuführen. Aber der Schwarzvogel hatte die furchtbare Rolle, die er ſpielen ſollte, gründlich ſtudirt, und obgleich das Drama, deſſen Prolog er ſpielte, überaus gefährlich war, ſo ſetzte er ſich doch mit ebenſo vieler Kaltblütigkeit, als ob er wirklich von der Redlichkeit und dem Geiſte des Frie⸗ dens erfüllt geweſen wäre, die er heuchelte.
Gomez hob das die Thüre des Zeltes bildende Leinwandſtück in die Höhe, und befeſtigte es in ſolcher Weiſe, daß ſeine Falten die Indianer nicht bedeckten;
und dann wartete er auf weitere Erklärungen von Sei⸗
ten der beiden Wilden.
Die Indianer fuhren aber fort, dieſelbe Ruhe und daſſelbe Schweigen zu beobachten.
Da glaubte Gomez das Wort nehmen zu müſſen.
„Ich erwarte,“ ſprach er mit mehr Würde, als er bis dahin gezeigt,„die Friedensworte meiner Brüder aus der Wüſte. Die Ohren eines Häuptlings find geöffnet.“
Der arme Gomez beglückwünſchte ſich innerlich ſchon wegen dieſer Phraſe, die ganz im indianiſchen Geiſte war; allein der Schwarzvogel ließ ihm ſeine Freude nicht lange. Der wilde Krieger hob langſam den Kopf in die Höhe; ein Ausdruck verwundeten Stol⸗ zes gab ſich in ſeinen ſchwellenden Naſenlöchern zu er⸗ kennen, gleich als ob er jetzt zum erſten Male den Betrug des Weißen entdeckte, und ſein feuerſprühen⸗ der Blick machte ſeinen Zuhörer erblaſſen, während er mit einer Stimme, die lauter zu werden anfing, wie


