Teil eines Werkes 
Band 2 (1851)
Entstehung
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Verſchanzungen zu. Einer von den Indianern bewegte an der Spitze ſeiner Lanze einen weißen Fetzen umher, der das Friedensſymbol darſtellen ſollte, das, wie un⸗ ſere Leſer wiſſen werden, in allen Ländern eine weiße Fahne iſt.

Als ſie ſich bis auf zwei Büchſenſchüſſe genähert hatten, entfernte ſich der Reiter, der die weiße Fahne S, von ſeinen Kameraden; Letztere blieben an ihrem Orte.

Nach einigen Schritten machte der Parlamentär gleichfalls Halt und bewegte ſeine Fahne von Neuem hin und her.

Einer der Abeuteurer, deſſen Heimath das Preſidio Tuhac war, hatte mit den apachiſchen Stämmen ein Bischen verkehrt, und kannte ihre Sprache hinläng⸗ lich, um den halb indianiſchen, halb ſpaniſchen Dialekt, der an der Grenze im Gebrauche iſt, zu verſtehen und zu ſprechen.

Es war ein kleiner, magerer Mann, der in den Augen der Indianer, welche, wie alle Barbaren, große Bewunderer äußerer Schönheit find, die oberſte Gewalt ziemlich ſchlecht repräſentiren mußte. Auch weigerte er ſich lange auf's Heftigſte, dieſe Rolle zu übernehmen, bis er endlich nachgeben mußte. Die Abenteurer durf⸗ ten, im Intereſſe ihrer Rettung und um die Beſprechung, die Statt finden ſollte, einem glücklichen Ende zuzuführen, ihres Chefs nicht beraubt ſcheinen.

Es wurde im mexikaniſchen Lager ein Taſchentuch, das einſt weiß geweſen war, genommen, um die parla⸗ mentariſche Fahne vorzuſtellen.

Der Abenteurer, er hieß Gomez, verließ, ge⸗ waltig aufgeregt, die Verſchanzungen, um auf den In⸗ dianer zuzureiten, deſſen feſte Haltung mit ſeinem eige⸗ nen ſchüchternen Weſen contraſtirte. Indeſſen beruhigte er ſich wieder beim Anblicke der blutigen Riemchen, die eine der Schultern des apachiſchen Kriegers umgaben⸗